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Mädelsabend 50+

Die slawische Mentalität lebt von Über- oder Untertreibung. Ein Putsch ist nicht einfach nur so ein Putsch, er ist – unter bestimmten historischen Umständen – eine „Große Sozialistische Oktoberrevolution“. Und manch Krieg erhält mitunter solche Attribute wie „groß“ und „vaterländisch“.

Dies zu wissen macht wie selbstverständlich aus der Zusammenkunft von alten Damen einen Mädelsabend. Eine russische, weißrussische oder ukrainische Frau ist stets so jung, wie sie von anderen wahrgenommen werden will.

„Na? – Wie war es gestern so?“ smalltalke ich, nachdem ich Lara den Kaffee ans Bett brachte und erfahre, dass eine der Mädels wieder mit jenem trunksüchtigen Freund zusammen ist, von dem sie sich vor Jahren trennte. Aber dessen Mutter soll inzwischen total nett geworden sein, früher war sie nie so …

Irgendwas ist immer gut, denke ich. Und: Einsamkeit macht Kompromisse. Beides drücke in in den Skat, obwohl ich gern lästern würde. Statt dessen seufze still in mich hinein. Sie werden wohl nie kapieren, dass ihre Legenden leicht durchschaubar sind.

… Die andere Freundin hat wohl derzeit Ärger mit ihrem Deutschen. Hat der Lumich doch vergessen, ihr zum russisch-orthodoxen Weihnachtsfest zu gratulieren!

Nun will ich auch etwas erzählen.

„Apropos Weihnachtsfest und Daten: Hast du eigentlich gewusst, dass der Kalender an dem die orthodoxe Kirche festhält, bei dessen Einführung ein protestantischer war? Eingeführt von Zar Peter dem I.? Zum 1. Januar 1700, der nach Papst Gregor – eigentlich – der 11. Januar war? …“

Weiter komme ich nicht Lara verdreht die Augen und das lässt mich meinen Vortrag nicht beginnen.

Reset.

„Du warst gestern recht zeitig zurück?“, frage ich nun.

„Ja, das war ich wohl.“

Plötzlich musste nämlich die, welche zuvor Ärger mit ihren Deutschen hatte, los. Nach Hause. Dringends. Der Deutsche hatte sie angerufen, ein festliches Abendessen sei für sie vorbereitet, nur um die russische Weihnacht zu ehren.